Nachdem wir uns am 24.01.2022 zu der Aktion Out In Church positioniert haben, wurden wir von der NRZ Dinslaken angefragt ob wir für eine längere Stellungnahme zur Verfügung stehen. Diese haben wir abgegeben und auch der Kirchengemeinde zugeschickt.

Anfang Februar veröffentlichte Pfarrer Barthel Kalscheur auf der Webseite der Kirchengemeinde eine Stellungnahme zu der Aktion: Gewollt. Geliebt. Gesegnet.

Heute wurde der Artikel in der NRZ veröffentlicht: Initiative für queere Menschen erhält Zuspruch in Dinslaken

Da unsere Stellungnahme in dem Artikel stark gekürzt wurde, möchten wir diese an dieser Stelle im Volltext veröffentlichen.


Warum ist Ihnen die Aktion wichtig?

Uns ist diese Aktion wichtig, da wir der Meinung sind, dass auf dieses Problem der katholischen Kirche aufmerksam gemacht werden muss.
Es kann nicht sein, dass die Kirche noch immer Menschen aufgrund ihrer Sexualität diskriminiert. Ohne den Druck der Gesellschaft wird sich hier nichts verändern.

Wie sieht aus Ihrer Sicht die aktuelle Situation von queeren Menschen in der katholischen Kirche aus?

Wahrscheinlich kann man die aktuelle Situation mit katastrophal am besten beschreiben. Nur aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität den Arbeitsvertrag aufzulösen, ist absolut inakzeptabel. Aber auch für ehrenamtlich Engagierte ist es sehr schwer, den Konflikt zwischen den Äußerungen der Kirche und der eigenen Sexualität in Einklang zu bringen. Gott liebt jeden Menschen, so wie er ist, weshalb sich hier definitiv etwas ändern muss!

Sind Ihnen Beispiele aus der eigenen Erfahrung in der Kirche bekannt, in denen queere Personen diskriminiert wurden?

Auch in unserer Gemeinschaft gibt es LGBTIQ+ Personen. Uns sind hier glücklicherweise keine Fälle von Diskriminierung bekannt. Die fehlende Positionierung für diese Menschen wirkt aber sicherlich nicht einladend. Vermutlich gibt es daher auch noch weitere Personen in unserer Kirchengemeinde, die bisher Angst hatten, sich zu outen. Wir hoffen, dass den Betroffenen diese Angst durch die Initiative genommen oder zumindest gemindert wird.

Welches Feedback erleben Sie in Ihrer Kirche zu der Aktion „Out in Church“?

In unserer Kirchengemeinde gab es keine Reaktion auf die Aktion „Out in Church“. Davon sind wir enttäuscht. Auch keine anderen Verbände aus Dinslaken haben sich positioniert. Gleichzeitig haben viele andere Verbänden und Gruppen im Bistum und das Bistum selbst sich positiv zu er Aktion geäußert.
Wir selbst haben für unsere Positionierung nur positives Feedback erhalten. Die Rückmeldungen haben uns auch noch mal gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, uns zu diesem Thema zu positionieren. Warum traut die Kirchengemeinde sich das nicht?

Welche Forderungen haben Sie an die Kirche?

Nachdem sich nun das Bistum und auch viele Verbände positiv über die Aktion und aufgeschlossen zu Veränderungsprozessen geäußert haben, fordern wir unsere Kirchengemeinde vor Ort ein, eine klare Haltung einzunehmen.
Werden hier in Dinslaken gleichgeschlechtliche Paare gesegnet?
Sind LGBTIQ+ Personen in unserer Kirchengemeinde erwünscht? Auch in der ehrenamtlichen Mitarbeit?
Warum traut sich niemand, sich zu diesem Thema zu äußern?